G24 Genussroute: Hofladen-Schmankerltour auf der Traun-Enns-Platte

Beschreibung

Das Land zwischen Linz, Steyr und Enns wird als die Traun-Enns-Platte bezeichnet und ist fruchtbares Acker- und Weideland. Heute werden vor allem Weizen, Korn, Gerste, Zuckerrüben und Mais angebaut.

Markant und oft majestätisch prägen die vielen großen Vierkanthöfe die Landschaft. Die Geschichte dieser Vierkanthöfe der „Hörndl- und Körndlbauern“ geht meist bis in das 19. Jahrhundert zurück. Der Sumerauerhof in St. Florian ist ein besonderes Prachtgebäude unter den Vierkantern inmitten alter Mostobstbäume. Das heutige Freilichtmuseum zeigt in einer Dauerausstellung die bäuerliche Arbeit aus vergangener Zeit. In den original erhaltenen Wohnräumen bekommt man einen Einblick in die bürgerlichen Wohnverhältnisse wohlhabender Bauern des Florianer Landls. Für die St. Florianer Mostkost im Frühling oder das Erntedankfest im Herbst ist der Sumerauerhof der perfekte Rahmen zum Feiern. Das Augustiner Chorherrenstift St. Florian ragt mit seiner barocken Architektur und den Türmen der Stiftsbasilika weithin sichtbar über den Markt St. Florian. Hier wirkte der Komponist und Musikpädagoge Anton Bruckner (1824 – 1896) ursprünglich als Florianer Sängerknabe und später als Stiftsorganist. Die Stiftskonzerte und Führungen durch die Stiftsbibliothek, den Kaisersaal, zur Brucknerorgel und in die Krypta sind überaus beeindruckend.

Die historische Stadt Steyr ist ein Ort für Innovationen, erhielt 1884 als erste Stadt Europas einen elektrisch beleuchteten Straßenzug, und hier wurde auch der Wellenschliff für das Messer erfunden. Enns ist mit seiner Stadtrechtsurkunde von 1212 die älteste Stadt Österreichs. Will man auf den 60 m hohen Stadtturm aus dem 16. Jahrhundert mitten am Hauptplatz, muss man 156 Stufen hinaufsteigen, um ganz oben im Hotel im Turm zu wohnen. Dafür lohnt die herrliche Aussicht über die „Cittàslow“-Stadt und die fruchtbaren Ebenen an Donau und Enns.

Beste Schmankerl für Küche und Gasthaus

Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch, Speck, Würste, Gänse, Enten, Eier, Milch, Butter, Käse, Nudeln, Getreide, Nüsse, Brot, Brauchtumsgebäck, Bauernkrapfen, Kräuter, Most, Saft, Schnaps usw. – die Vielfalt an bäuerlichen Produkten ist noch lange nicht beschrieben, und es kommen immer wieder neue Produkte wie Raritätengemüse und Obstsorten hinzu. Nicht alles ist immer verfügbar, denn so ist es mit Frischeprodukten, die geerntet und ohne langen Weg und Zwischenlager direkt zum Konsumenten kommen. Jede Jahreszeit hat ihre speziellen Köstlichkeiten, und so gibt es ab Hof, in den Bauernläden und auf den Bauernmärkten immer eine bunte Vielfalt. Wie Perlen auf einer Schnur sind die Höfe zwischen St. Florian bei Linz, Steyr und Enns aufgefädelt, und eine kleine Rundreise ist nicht nur wegen der vielen Schmankerl etwas Besonderes. Es ist interessant zu sehen, wo das Kraut und das Getreide wachsen und sich die Fischgewässer befinden. Im Gespräch mit den Bauersleuten ist viel über die Schmankerl, Qualität und die richtige Zubereitung zu erfahren, denn der persönliche Verkauf und eine individuelle Beratung sind den Direktvermarktern besonders wichtig.


„So schmeckt‘s im trau(m)viertel“ heißt es im „Knapp am Eck“, dem Wirtshaus im Steyrer Wehrgraben, nahe der Altstadt Steyr und direkt neben dem Museum Arbeitswelt. Das Kochduo Josi und Jürgen Klement komponiert mit den Geschmäckern der Saison und Schmankerln der Region. Das Ergebnis gibt es nicht nur im KultiWirtshaus zu schmecken, sondern auch im Kochbuch „Schmeck’n muaß! – Traditionelle Köstlichkeiten wie früher nur heut!“ zum Nachkochen.

Die GenussRegion „Linz-Land Apfel-Birnensaft“ zeigt die bei den Bauern in Oberösterreich übliche Tradition des Most- und Saftpressens. Rund 40 Bauern arbeiten im „Hofsaft“-Projekt zusammen, um durch gemeinsame Produktion und Vermarktung von Säften die bunten Obstwiesen zu erhalten, und die Äpfel und Birnen zu verwerten. Das „Hofsaft“-Etikett weist darauf hin, dass es sich um ein Produkt vom Bauern handelt, und der Name des einzelnen Produzenten weist auf den Erzeuger hin. Äpfel, Birnen, Karotten, Kirschen, Weichseln, Holler usw. sind die Früchte für sortenreine Säfte oder schmackhafte Mischsäfte.

Nahe dem Stift St. Florian steht der traditionsreiche Landgasthof Zur Kanne der Familie Koppler. Im Mai gibt es neben dem ersten Obst und Gemüse aus der eigenen Landwirtschaft auch Maibock und seltene Spezialitäten wie das Rehbeuschel. Schon Anton Bruckner war beim Koppler gerne zu Gast. Mit Vorliebe hat er Rindsuppe mit Oafisch (pochiertes Ei) und gekochtes Geselchtes mit Grießknödel und Kraut gegessen. Naschkatzen statten der Konditorei Baumberger gleich nebenan einen Besuch ab. Die handgezogenen Strudel mit den frischen Kirschen, Zwetschken oder Äpfeln sind herrliche süße Verführungen, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Anton Bruckner zu Ehren gibt es Brucknertorte mit Marzipan und Eierlikör, für beides hatte Bruckner eine Vorliebe. Das Florianer Brot ist eine Spezialität nach einem alten Rezept des Stiftes und wird heute von der Bäckerei Gragger in Ansfelden gebacken.

Ab Mitte August hat am Kürbishof Metz die größte Beere der Welt ihre Saison. Eine kaum überschaubare Vielfalt an Kürbissorten für eine Fülle an Kürbisgerichten begeistert Kürbisfans. W2) Wurm & Wurm befindet sich, harmonisch in Obstgärten eingebettet, auf der schönsten Anhöhe von St. Florian und steht für feinste Genüsse und Edelbrände aus Obst. zwa_hekta heißt eine kleine Firma mit der Produktion von eingelegten Walnüssen und Bränden aus Schlehe oder Felsenbirne. Direkt am Anton-Bruckner-Radweg liegt der Wolfsjägerhof, ein typischer Vierkanthof mit vielen regionalen Gerichten und vorzüglichem Most und Saft. Beim KultiWirt Gasthof Stockinger in Ansfelden werden in der Wirtsstube Bratl oder Fleckerlspeise und im modernen Restaurant frischer Fisch aus den nahen Fischgewässern serviert. Ebenfalls am Anton-Bruckner-Weg gelegen, weist es den Weg zum wieder zugänglichen Geburtshaus von Anton Bruckner.

Die Familie Langmayr aus Ansfelden lässt ihre Gänse und Enten auf den Obstweiden rund um den Hof aufwachsen, und kann somit beste Qualität im Hofladen anbieten. Im Bauernladen Ansfelden sind die kulinarische Vielfaltvon über 30 bäuerlichen und gewerblichen Produzenten, und die Ansfeldner Genussbox „Sinfonie der Köstlichkeiten“ erhältlich. Das Motto der Familie Strasser vom Biograbnerhof in Niederneukirchen lautet: Bio-Getreide vom Feld auf den Tisch. Das Getreide verlässt erst nach der vollständigen Veredelung zum ersten Mal den Hof. Die Kunden im Hofladen erfreuen sich an feinsten Wirbelmühlen mehlen, Getreideflocken, Nudeln aus Emmer, geschliffenem Getreidekorn sowie Brot und Weihnachtsbäckerei. Am Gemüsehof Wild-Obermayr wird mehrmals die Woche eine Riesenauswahl an Gemüse, Obst, Brot usw. angeboten, und jeden ersten Samstag im Monat lockt der große Bauernmarkt im überdachten Innenhof zum Verkosten und Einkaufen. Der Biohof Pevny in Niederneukirchen lädt zum Flanieren durch den „Lebensgarten“ ein. Das ist einer der „Hofgärten Linz-Land“, der sich an Hildegard von Bingen orientiert. Nicht nur einkaufen, auch frühstücken oder ein Backseminar mit der Bäuerin sind möglich. Bei Österreichs erstem Brotstammtisch wird jeden zweiten Freitag im Monat traditionelles Brot gebacken.

Die Familie Peraus in Niederneukirchen hat den Produktionsschwerpunkt auf Forellen aus bestem Quellwasser, und Jagerbauer in Hofkirchen ist ein anerkannter Fischzuchtbetrieb. Forellen, Saiblinge, Lachsforellen und saisonal auch Karpfen, Waller und Hecht werden in höchster Qualität und Frische küchenfertig vorbereitet. Fünf Jagdgesellschaften der Region haben sich zusammengeschlossen und bieten ihr Wildbret unter der Marke Wildbret Linz Land in den nahen Hofläden küchenfertig oder veredelt zu Wildspezialitäten an. Hasenfit Bio Fruchtsäfte nennen sich Direktsäfte aus Obst und Gemüse von Vogelsam in Hofkirchen, und in St. Marien ist der Seminarhof Kletzmayr mit dem Hofgarten, den Vernissagen am Vierkanthof, den edlen Bränden und Kräutern einen Besuch wert. Um Schiedlberger Bier und hausgemachte Schmankerl zu verkosten, sollte man einen Ausflug zum Braugasthof Goldberg machen, über den Spielplatz werden sich die Kinder freuen. Der Name 1310 Vodka beruht auf der ersten urkundlichen Erwähnung des Bauernhubergutes in Sierning. Dieser besondere Vodka wird am Forsthof in Sierning bei kulinarischen Veranstaltungen und Festen angeboten. Gutbürgerliche Küche von besten Produkten der Jahreszeit, Spargel, Schwammerl, Wild oder Kürbis machen die Küche des Forsthofes aus.

Beim Winklergut in Neuzeug tut die Familie Rogl nur das Beste für ihre Schweine. Die artgerechte Haltung und große Sorgfalt haben Auswirkung auf die Qualität, und das Ergebnis sind prämiertes Fleisch, Speck und Würste. Die Familie Klement vom Wirtshaus Knapp am Eck in Steyr weiß diese Qualität aus der Nachbarschaft für ihre Gerichte zu schätzen. Als „Dine-around“-Restaurant ist das Minichmayr am Zusammenfluss von Enns und Steyr Ziel der Wanderung mit dem Nachtwächter. Steyrtaler Forellenstrudel auf Rieslingsauce mit Wurzelgemüse und „Süße Romantik“ als Dessert-Potpourri begeistern die Gäste. In Wolfern produziert die Familie Danmayr Kürbiskernöl, am Ziegenhof Seyerlehner wird bester Ziegenkäse hergestellt, und am Nudelhof Zehetner bei einer Abenteuer-Nudelhof-Exkursion „das Nudelgeheimnis“ verraten. In Kronstorf wächst am Höllerhof der Spargel, der zum Nudel-Spargelgericht benötigt wird, und der Bauernladen in Enns präsentiert die Produkte der Ennser Bauern. Der Hofsaft von der Familie Metz oder die Obstperlweine vom Maleninsky-Hof sind Spezialitäten, die man sich in Enns nach einer Radtour auf dem Donauradweg oder einer Kulturreise durch Enns nicht entgehen lassen sollte. Den Ennshafen erleben kann man im Kai 7 am besten von der Terrasse aus.

TIPP:

Niederneukirchner Bauernmarkt: jeden 1. Samstag Vormittag im Monat
Trauner Bauernmarkt: Freitag Nachmittag
Ennser Bauernmarkt: Freitag Nachmittag

Bildergalerie

Anreise

Anreise nach St. Florian:
LINZ:  über Ebelsberg durch Rohrbach bis St. Florian oder auf der A1 Richtung Wien Ausfahrt 160-Asten-St.Florian
WIEN: A1 Ausfahrt 160-Asten-St.Florian
PASSAU: A3, A8, A25, A1 Ausfahrt 171-Ansfelden, weiter bis St. Florian

Wegbelag

  • Asphalt